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Genauigkeit, Präzision und Richtigkeit – was steckt dahinter?

Drei Begriffe, die oft verwechselt werden – aber sehr unterschiedliche Dinge beschreiben. Wer sie kennt, bewertet Messergebnisse viel besser.

Warum der Unterschied wichtig ist

Wenn ein Messergebnis vom Erwarteten abweicht, stellt sich sofort die Frage: Liegt das am Gerät? An den Reagenzien? An mir? Um das beantworten zu können, braucht man drei Konzepte – Richtigkeit, Präzision und Genauigkeit.

Sie klingen ähnlich, bedeuten aber sehr verschiedene Dinge.

Richtigkeit

Richtigkeit beschreibt, wie nah ein Messwert am wahren Wert liegt.

Beispiel: Du misst eine Referenzlösung mit einem bekannten KH-Wert von 7,0 °dKH. Dein Gerät zeigt 6,9 °dKH. Die Abweichung ist klein – das Gerät ist richtig.

Richtigkeit lässt sich nur beurteilen, wenn du einen echten Referenzwert kennst – zum Beispiel durch eine zertifizierte Referenzlösung oder eine ICP-Analyse.

Präzision

Präzision beschreibt, wie gut sich Messungen wiederholen lassen – unabhängig davon, ob sie richtig sind.

Beispiel: Du misst dieselbe Probe zehnmal. Alle Werte liegen zwischen 6,9 und 7,1 °dKH. Das ist präzise.

Ein Gerät kann sehr präzise, aber trotzdem unrichtig sein – wenn es zum Beispiel systematisch um 0,5 °dKH daneben liegt, aber das immer konsistent tut.

Info

Präzision ohne Richtigkeit: Ein kaputtes Thermometer zeigt immer 20 °C – präzise, aber nicht richtig. Richtigkeit ohne Präzision: Jede Messung trifft zufällig den wahren Wert, aber die Streuung ist groß.

Genauigkeit

Genauigkeit ist die Kombination aus beidem: Ein genaues Messgerät ist sowohl richtig als auch präzise.

Für die Aquaristik ist eine Präzision von ±1 % bezogen auf den richtigen Wert vollkommen ausreichend. Das entspricht bei einem KH von 8,0 °dKH einem Bereich von 7,92 bis 8,08 °dKH.

Auflösung

Ein weiteres Konzept: Auflösung ist das kleinste noch ablesbare Intervall – wie die Millimetereinteilung auf einem Lineal. Eine hohe Auflösung bedeutet nicht automatisch hohe Genauigkeit.

Beispiel: Eine digitale Waage zeigt drei Nachkommastellen – aber wenn sie systematisch 5 g zu viel anzeigt, ist sie zwar hoch aufgelöst, aber nicht richtig.

Tipp

Für die Praxis am Aquarium zählt vor allem Präzision: Wenn deine Messwerte konsistent sind, erkennst du Trends zuverlässig – auch wenn der Absolutwert leicht daneben liegt. Die Feinanpassung in der Typus-App korrigiert systematische Abweichungen.